
Ferdinand Wagner

Coxitis fugax, auch transiente Hüftgelenksentzündung genannt, ist die häufigste Ursache für plötzlich auftretende Hüftschmerzen bei Kindern zwischen drei und zehn Jahren. Meist verschwindet sie innerhalb weniger Tage von selbst, kann aber diagnostisch herausfordernd sein, da andere ernsthafte Erkrankungen ausgeschlossen werden müssen.
Ursache:
Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt. Vermutet wird eine vorübergehende Reaktion der Gelenkschleimhaut, oft nach einer Erkältung oder Magen-Darm-Infektion. Jungen sind häufiger betroffen, und die Erkrankung tritt besonders im Herbst und Frühjahr auf.
Typische Symptome sind plötzlich einsetzende Hüft- oder Leistenschmerzen, gelegentlich ausstrahlend ins Knie oder den Oberschenkel. Betroffene Kinder hinken oder verweigern das Gehen, haben aber meist nur leichtes Fieber und normale Blutwerte.
Diagnose:
Die Untersuchung basiert auf der körperlichen Untersuchung sowie Ultraschall (Sonografie), um einen Gelenkerguss festzustellen. Röntgenbilder oder MRT werden nur eingesetzt, wenn andere Erkrankungen wie septische Arthritis, Morbus Perthes, Epiphyseolysis oder Tumore ausgeschlossen werden müssen. Besonders wichtig ist die Abgrenzung zur septischen Arthritis und der Epiphyseolysis, Notfallsituationen, die sofort behandelt werden muss.
Behandlung:
Coxitis fugax wird konservativ behandelt: Schonung, ggf. Unterarmgehstützen, sowie Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol. In den meisten Fällen klingen die Beschwerden innerhalb von sieben bis zehn Tagen folgenlos ab.
Prognose:
Die Erkrankung heilt in der Regel vollständig aus. Wiederholte Fälle oder ungewöhnlich lange Beschwerden erfordern eine genauere Abklärung, um andere Ursachen auszuschließen.

Die sogenannte kongenitale, also angeborene Hüftdysplasie stellt eine ungenügende Ausbildung des Hüftgelenkes dar mit in der Regel insuffizienter Verknöcherung des Pfannenerkers.

Unter der sogenannten Epiphyseolysis capitis femoris (ECF) wird eine Lösung der Wachstumsfuge unterhalb des Oberschenkelkopfes verstanden.

Der Morbus Perthes ist üblicherweise definiert als Durchblutungsstörung des Hüftkopfes im Kleinkindesalter zwischen dem 3. und 5. Lebensjahr. Es werden sowohl genetische Faktoren als auch Skelettreifungsstörungen mit verzögertem Wachstum oder Gerinnungsstörungen für die Erkrankung verantwortlich gemacht.

Eine neurogene Hüftdezentrierung entwickelt sich häufig schleichend bei Kindern mit neurologischen Erkrankungen. Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Behandlung helfen, Schmerzen, Fehlstellungen und eine Hüftluxation zu vermeiden.
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