Transversale Fehlbildungen

Fehlbildungen von quer (horizontal) zur Längsachse des Körpers verlaufenden Gliedmaßen (Extremitäten), also der Arme und Beine, werden als transversale Fehlbildungen bezeichnet. In diesen Fällen sind Gliedmaßen bei Ihrem Kind im Mutterleib nicht vollständig ausgebildet (minderangelegt) oder abgeschnürt. Die Ausprägungen können von Fehlbildungen an Fingern oder Zehen (Perodaktylie) über fehlende körperferne Gliedmaßen wie Unterarm oder Hand beziehungsweise Unterschenkel oder Fuß (kongenitale Amputation) bis hin zu vollständig fehlenden Gliedmaßen (Amelie) reichen. Bei manchen Kindern sind die körperfernen Gliedmaßen vorhanden, es fehlen jedoch die dazwischenliegenden Anteile wie Ober- und/oder Unterarm beziehungsweise Ober- und/oder Unterschenkel (interkalare Fehlbildung).

Ursachen

Die Ursache für transversale Fehlbildungen kann genetisch bedingt sein oder in spontanen, zufälligen Veränderungen (Mutationen) des Genmaterials liegen. Bestimmte vererbbare Gendefekte, die bei anderen Syndromen vorliegen (TAR-Syndrom), sowie selten auch mechanische Komplikationen (amniotisches Schnürband-Syndrom) während der Schwangerschaft können ebenfalls zu transversalen Fehlbildungen führen.

Symptome

Die Symptome transversaler Fehlbildungen sind individuell unterschiedlich und abhängig davon, wie stark sie bei Ihrem Kind ausgeprägt sind. Anhand der fehlenden Gliedmaßenanteile lassen sie sich in drei Gruppen einordnen:​​​​​

  • Perodaktylie: Finger oder Zehen sind fehlgebildet.
  • Peromelie: Der körperferne Gliedmaßenanteil, wie Unterarm/Hand, fehlt.
  • Amelie: Bestimmte Gliedmaßen fehlen vollständig.

Behandlungsmethoden

Transversale Fehlbildungen können wir dank der umfassenden und vielseitigen prothetischen Versorgungsmöglichkeiten auf hohem Niveau konservativ gut behandeln. Operative Maßnahmen kommen nur dann in Frage, wenn wir dadurch die prothetische Versorgung Ihres Kindes verbessern können. Hierzu beraten unsere Spezialisten Sie gerne individuell.

Konservative Behandlungsmethoden:
Das Ziel der konservativen Behandlung ist es, fehlende Gliedmaßen und deren Funktionen weitgehend zu ersetzen, um Ihrem Kind einen größtmöglichen Bewegungsspielraum zu verschaffen. Dabei richten wir die individuelle Versorgung am Alter Ihres Kindes aus und passen sie laufend an die sich ändernden Bedürfnisse und Anforderungen an. Um sich so früh wie möglich an die prothetische Versorgung zu gewöhnen, erhalten unsere kleinsten Patienten zunächst einfache Hilfsmittel ohne weitere Funktion. Mit zunehmendem Alter Ihres Kindes wird diese wichtiger und die prothetische Versorgung anspruchsvoller. Sie kann bis hin zu hochmodernen komplexen Prothesen mit Greiffunktion und myoelektrischer Steuerung reichen. Auch kosmetische Gesichtspunkte spielen in der weiteren prothetischen Versorgung eine wichtige Rolle und werden von uns in Abstimmung mit Ihnen und Ihrem Kind berücksichtigt. Unsere erfahrenen Physio- und Ergotherapeuten unterstützen Ihr Kind begleitend, wichtige Muskeln aufzubauen und zu stärken und ein gutes Körpergefühl im Umgang mit der Prothese zu entwickeln.

Therapiemöglichkeiten

Physiotherapie

Unsere erfahrenen Experten der Physiotherapie helfen ihrem Kind mit individuellen Übungen bei der körperlichen Kräftigung, um Schmerzen zu beheben und zu vermeiden.

Ergotherapie

Unsere Spezialisten der Ergotherapie helfen Ihrem Kind dabei, ein sicheres Gefühl für die orthoprothetische Versorgung zu entwickeln und diese bestmöglich zu nutzen.

Haben Sie Fragen?

Ob Fragen über Behandlungsmöglichkeiten, Terminvereinbarungen oder Informationen über unsere Fördermöglichkeiten - wir beraten Sie gerne!

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